Fotoarchiv

Das Ruhrlandmuseum, der Vorläufer des Ruhr Museums, übernahm 1989 von der Kulturstiftung Ruhr eine aus mehreren Konvoluten bestehende Fotosammlung zur Geschichte des Ruhrgebiets. Dies markiert die Geburtsstunde des Fotoarchivs als eigenständiger Abteilung des Museums - Zeichen einer seinerzeit noch durchaus ungewöhnlichen Wertschätzung regionaler fotografischer Überlieferung. Seit den 1990er Jahren werden die Bestände regelmäßig in Ausstellungen und Publikationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zurzeit umfasst das Bildarchiv drei Millionen Negative und mehrere Zehntausend Papierabzüge (Vintages, Reprints) und Dias. Es handelt sich dabei überwiegend um komplette Nachlässe von Bildjournalisten und Ateliers, außerdem um einzelne Serien oder Teile von Werken, die sich auf das Ruhrgebiet beziehen. Daneben existieren anonyme und private Überlieferungen.
Die zeitlichen Schwerpunkte der Sammlung erstrecken sich von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, insbesondere die 30er sowie 50er bis 90er Jahre des 20. Jahrhunderts. Thematisch wird ein breites Spektrum abgebildet: alte und neue Bilder der Region, Zeugnisse der wechselvollen Geschichte von Politik, Kultur und Sport, von Landschaften und Städten; Beobachtungen der Menschen und ihres Alltags; Dokumente der Industriearchitektur ebenso wie der unterschiedlichsten Arbeitsplätze und schließlich der Zeugen des Strukturwandels.
Unter den Fotografen finden sich viele berühmte Namen - von Ruth Hallensleben, Ludwig Windstosser, Albert Renger-Patzsch, Richard Gerling bis André Gelpke, Thomas Struth oder Bernd und Hilla Becher. Aufbewahrt werden die Bilder von so bedeutenden Lokal- und Regionalreportern und Fotografen wie Willy van Heekern, Peter Kleu, Josef Stoffels, Anton Tripp, Hermann Hill, Rudolf Holtappel, Marga Kingler.
Die Sammlung steht allen Interessenten offen, sie wird von Wissenschaftlern der unterschiedlichen Disziplinen ebenso genutzt wie von den Medien, von anderen Kultur- und Bildungseinrichtungen und von Bürgerinnen und Bürgern, die sich über bestimmte Aspekte der Geschichte und Gegenwart der Region informieren möchten.